Für Beamte & Anwärter · Stand 2026

Private Krankenversicherung für Beamte

Für Beamte und Anwärter ist die PKV fast immer der beste Weg, dank Beihilfe zahlst du nur einen kleinen Restbeitrag. Hier verständlich erklärt.

Kurz beantwortet: Als Beamte/r übernimmt dein Dienstherr über die Beihilfe in der Regel 50–70 % der Krankheitskosten. Den Rest deckst du mit einem günstigen Restkostentarif der PKV, deshalb ist die PKV für Beamte meist die klar sinnvollste Lösung.

Wie Beihilfe + Restkostentarif zusammenspielen

Die Beihilfe ist der Beitrag deines Dienstherrn zu deiner Gesundheitsversorgung. Sie deckt einen festen Prozentsatz (Beihilfesatz), der Rest wird über einen speziell darauf abgestimmten PKV-Tarif abgesichert. Weil nur die Restkosten versichert werden, ist der Beitrag deutlich niedriger als bei einer Vollversicherung.

Die Entscheidung, die niemand zurücknehmen kann

Die pauschale Beihilfe gibt es in zehn Bundesländern

Der Satz „für Beamte ist die PKV fast immer der beste Weg“ stimmt, aber seit einigen Jahren nicht mehr überall ohne Rückfrage. Zehn Bundesländer bieten die pauschale Beihilfe an: Statt der Erstattung einzelner Rechnungen übernimmt der Dienstherr die Hälfte des Beitrags zu einer gesetzlichen Krankenversicherung. Damit gibt es für Beamte dort erstmals so etwas wie einen Arbeitgeberzuschuss.

Profi-Tipp

Entscheide dich erst für die pauschale Beihilfe, wenn beide Wege mit deinen Zahlen durchgerechnet sind. Die Wahl ist unwiderruflich, ein Rückweg ist ausgeschlossen.

Pauschale Beihilfe möglichseit
Hamburg01.08.2018
Bremen2019
Berlin2020
Brandenburg2020
Thüringen2020
Baden-Württemberg2023
Sachsen01.01.2024
Niedersachsen01.02.2024
Sachsen-Anhalt01.01.2026
Mecklenburg-Vorpommern01.05.2026
Schleswig-Holstein, nur für bestimmte Gruppen2024
Nicht möglich: Bund, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland—
Warum ich zuerst nach dem Bundesland frage

Drei Zahlen, die über deinen Beitrag entscheiden

Was gefragt wirdWarum es den Beitrag verändert
BundeslandEs entscheidet, ob die pauschale Beihilfe überhaupt zur Wahl steht, und jedes Land regelt die Beihilfe eigenständig. Bremen rechnet zum Beispiel anders als der Bund: 50 % allein, 55 % mit Ehepartner, je Kind 5 Punkte mehr, höchstens 70 %.
Rechtsgrundlage: § 12 BremBVO, § 199 Abs. 2 VVG
Status und KinderzahlIm Regelfall 50 % für aktive Beamte, ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind 70 %, für Kinder selbst 80 %, für Pensionäre 70 % unabhängig von der Kinderzahl.
Einkommen des EhepartnersDer Ehepartner bekommt 70 % Beihilfe nur unterhalb einer Einkommensgrenze, und die ist je Land verschieden. Für den Bund liegt sie 2026 bei 22.648 €, Bayern nennt 20.000 €, Nordrhein-Westfalen 23.861 €. Darüber gibt es keine Beihilfe, und der Beitrag ändert sich erheblich.

Deshalb ist „welcher Tarif ist der beste für Beamte“ die falsche erste Frage. Ohne Bundesland, Status und Familiensituation lässt sich sie nicht beantworten, und wer sie trotzdem beantwortet, rät.

Quellen: Übersicht der Länder mit pauschaler Beihilfe und Einführungsdaten nach Deutsche Beamtenversorgung, Stand Juli 2026, gegengeprüft gegen eine zweite Marktübersicht. Bemessungssätze und Einkommensgrenzen nach den Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder, Stand 2026; für Bremen § 12 BremBVO. Maßgeblich sind allein die Beihilfevorschriften deines Dienstherrn, die Zahlen hier ordnen ein und ersetzen keine Auskunft der Beihilfestelle.

Auch mit Vorerkrankung

Die Öffnungsaktion: sechs Monate, in denen dich niemand ablehnt

Für Beamtenanfänger haben sich die meisten privaten Krankenversicherer auf eine Öffnungsaktion verpflichtet. Wer innerhalb von sechs Monaten nach dem Beginn seines Beihilfeanspruchs, meist also nach der ersten Verbeamtung, einen Antrag stellt und sich darauf beruft, wird nicht abgelehnt. Ein Risikozuschlag ist auf höchstens 30 % begrenzt, Leistungsausschlüsse wegen der Gesundheit gibt es nicht. Das gilt für Beamte auf Widerruf, auf Probe und auf Lebenszeit, unter denselben Bedingungen auch für Ehepartner und Kinder.

Ob für dich die Öffnungsaktion oder der normale Antrag besser ist, prüfe ich, bevor die sechs Monate um sind.

Anwärter, Probe, Lebenszeit

Was sich wann ändert

StatusWas für deine Krankenversicherung zählt
Auf Widerruf
Anwärter, Referendare
Beihilfe gibt es von Anfang an. Viele Versicherer haben günstige Anwärtertarife. Ob dein Anwärtertarif später ohne neue Gesundheitsprüfung in den Beamtentarif übergeht, prüfe ich vor dem Abschluss. Für Anwärter bei Polizei und Feuerwehr gibt es bei einzelnen Versicherern vereinfachte Anträge, solange die Diensttauglichkeit frisch bestätigt ist. Welche das sind und wie lange das Fenster offen bleibt, klären wir über die Anfrage.
Auf ProbeDer normale Beamtentarif. Ändert sich dein Beihilfesatz, etwa mit dem zweiten Kind, kannst du den Tarif innerhalb von sechs Monaten ohne neue Gesundheitsprüfung anpassen lassen.
Auf LebenszeitAm Tarif ändert sich nichts. Im Ruhestand steigt der Beihilfesatz meist auf 70 %, dein Restkostentarif wird entsprechend kleiner.
Werkzeuge

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Post und Bahn

Zwei Sonderwege, die es nur noch im Bestand gibt

Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK). Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart, für Beamte der früheren Deutschen Bundespost, Pensionäre, Angehörige und Hinterbliebene. Sie ist keine Krankenkasse im Sinne des SGB V, weder gesetzlich noch privat. Seit der Postreform 1995 nimmt sie niemanden mehr auf und betreut rund 390.000 Mitglieder und 240.000 mitversicherte Angehörige. Je nach Mitgliedsgruppe leistet sie ungefähr auf Kassenniveau (Leistungsordnung A) oder auf PKV-Niveau (Leistungsordnung B).

Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB). Ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, für Beamte und Ruhestandsbeamte der früheren Deutschen Bundesbahn und ihre Angehörigen. Bahnbeamte haben keinen Beihilfeanspruch gegenüber dem Bund, sondern einen Fürsorgeanspruch gegenüber dem Bundeseisenbahnvermögen. Die KVB zahlt diesen Fürsorgeteil und stockt ihn aus den Beiträgen der Mitglieder auf. Seit 1994 ist der Bestand geschlossen, er umfasst rund 145.000 Mitglieder.

Wer dort versichert ist und ergänzen oder wechseln will, braucht eine andere Rechnung als ein Beamter mit Beihilfe. Die mache ich dir. Meine Situation prüfen lassen

Quelle: SIGNAL IDUNA, Handbuch Krankenversicherung 2026, Abschnitte Postbeamtenkrankenkasse und Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten.

Keine Krankenversicherung, trotzdem wichtig

Dienstunfähigkeit und Diensthaftpflicht

Dienstunfähigkeit: Wer auf Widerruf oder auf Probe dienstunfähig wird, wird in der Regel entlassen und bekommt kein Ruhegehalt, außer nach einem Dienstunfall. Auch auf Lebenszeit gibt es ein Ruhegehalt erst nach fünf Dienstjahren. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hilft Beamten nur, wenn sie ausdrücklich bei Dienstunfähigkeit zahlt.

Diensthaftpflicht: Für Schäden, die du im Dienst anrichtest, haftet nach außen dein Dienstherr. Hast du grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt, kann er sich das Geld von dir zurückholen, auch für eigene Schäden, etwa einen verlorenen Generalschlüssel.

Beides ist nicht mein Fach, ich kann nur PKV. Schreib bei deiner Anfrage dazu, dass du dazu Fragen hast. Dann bringe ich dich mit einem Partner zusammen, der sich auf Beamte spezialisiert hat.

Grundlagen: Aufnahmezusage der teilnehmenden Versicherer zur Öffnungsaktion für Beamte (PKV-Verband); § 199 Abs. 2 VVG; § 4 Abs. 1 BeamtVG und §§ 23, 28 BeamtStG; Art. 34 GG, § 48 BeamtStG und § 75 BBG. Stand September 2026.

Besonders wichtig für dich

  • Anwärter, schon in der Ausbildung gibt es günstige Anwärtertarife. Früh abschließen sichert Gesundheitszustand und niedrigen Einstieg.
  • Beihilfesatz, variiert nach Bundesland, Familienstand und Kinderzahl. Der Restkostentarif muss exakt dazu passen.
  • Beihilfekonforme Tarife, nicht jeder PKV-Tarif passt zur Beihilfe. Hier kommt es auf die richtige Kombination an.
Profi-Tipp

Lass dir den Tarif zeigen, der genau zu deinem Beihilfesatz passt, nicht irgendeinen Beamtentarif. Die Frage ist selten „PKV ja oder nein“, sondern welcher beihilfekonforme Tarif.

Beihilfe optimal ergänzen

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Anfrage

Vier Angaben, dann weiß ich, worüber wir reden

Ohne Bundesland und Beihilfesatz lässt sich für Beamte nichts Belastbares sagen. Deshalb frage ich das zuerst, und nicht nach einem Tarif.

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