Ehrlich zuerst: keine beitragsfreie Mitversicherung
Das größte Familien-Argument der GKV ist real: Dort sind Kinder und einkommenslose Ehepartner (bis zur Einkommensgrenze von 565 €/Monat, Stand 2026) beitragsfrei mitversichert. In der PKV zahlt jede Person ihren eigenen Beitrag. Wer dir das verschweigt, berät dich nicht, er verkauft dir etwas. Die spannende Frage ist also nicht „ob“ die PKV pro Kopf kostet, sondern ob das Gesamtpaket aus Beiträgen und Leistungen für deine Familie besser ist als die GKV-Alternative.
Kindernachversicherung: die stärkste Klausel im Vertrag
Dein Versicherer muss dein Neugeborenes aufnehmen, wenn du es binnen 2 Monaten ab Geburt anmeldest, ohne Gesundheitsprüfung, ohne Risikozuschläge, ohne Wartezeiten. Das gilt auch, wenn das Kind krank oder mit Behinderung zur Welt kommt. Für werdende Eltern ist das ein enormes Sicherheitsnetz: Der Gesundheitszustand des Kindes spielt keine Rolle, solange die Frist eingehalten wird. Voraussetzung ist im Kern, dass ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt selbst privat versichert ist.
Was Kinder in der PKV kosten
Kinderbeiträge sind deutlich günstiger als Erwachsenentarife, weil für Kinder keine Alterungsrückstellungen aufgebaut werden müssen. Dafür bekommen sie oft Leistungen, die in der GKV Zuzahlung oder Geduld erfordern: freie Arztwahl, Chefarzt und bessere Unterbringung im Krankenhaus, stärkere Erstattung bei Zahnspange, Sehhilfen und Heilpraktiker, je nach Tarif. Die Rechnung lohnt sich vor allem, wenn beide Eltern gut verdienen und ohnehin über eine private Absicherung nachdenken.
Kindertarife stellen an bestimmten Geburtstagen automatisch auf Jugend- und später auf Erwachsenentarife um. Dann steigt der Beitrag spürbar. Ab welchem Alter das gilt, legt jede Gesellschaft selbst fest. Wann es bei deinem Kind so weit ist, klären wir über die Anfrage.
Wenn die GKV-Tür fürs Kind zu ist
Viele Familien kennen diese Regel nicht, bis sie sie trifft: Ist ein Elternteil GKV-versichert und der andere privat, und verdient der PKV-Elternteil mehr und liegt über der JAEG (77.400 €/Jahr, 2026), kann das Kind nicht beitragsfrei in der GKV mitversichert werden. Das Kind kann dann nur freiwillig gegen Beitrag in die GKV, oder in die PKV. In dieser Konstellation ist die private Versicherung fürs Kind oft der logische Weg: eigener Beitrag ja, aber dafür volle Leistung statt „GKV gegen Beitrag“.
Rechtsgrundlage: § 10 Abs. 3 SGB V
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- Alleinverdiener mit 3+ Kindern, mehrere beitragsfreie GKV-Mitglieder gegen vier oder fünf PKV-Einzelbeiträge: Hier kann die GKV-Familienversicherung klar günstiger sein. Genau rechnen, nicht schätzen.
- Ein Elternteil pausiert lange, in Elternzeit oder Teilzeit fehlt Einkommen, die PKV-Beiträge laufen meist weiter, eine befristete Beitragsbefreiung gibt es nur in einigen Tarifen. Details dazu im Artikel Elternzeit in der PKV.
- Unsichere Einkommensentwicklung, wer absehbar unter die JAEG rutscht, sollte die Familienstrategie nicht allein auf der PKV aufbauen.
Wenn Nachwuchs geplant ist: Der privat zu versichernde Elternteil sollte vor der Geburt in der PKV sein, dann greift die Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Und: Kalendereintrag für die 2-Monats-Frist direkt nach der Geburt setzen. Diese Frist ist der teuerste vergessene Termin im Familienleben.
Häufige Fragen
Gibt es in der PKV eine beitragsfreie Familienversicherung?
Nein. In der PKV ist jedes Familienmitglied eigenständig mit eigenem Beitrag versichert. Kinderbeiträge sind allerdings deutlich niedriger als die von Erwachsenen, da sie keine Alterungsrückstellungen enthalten.
Was ist die Kindernachversicherung nach § 198 VVG?
Ist ein Elternteil privat versichert, kann das Neugeborene binnen 2 Monaten ab Geburt ohne Gesundheitsprüfung in die PKV aufgenommen werden, auch bei Krankheit oder Behinderung. Entscheidend ist die fristgerechte Anmeldung.
Kann mein Kind beitragsfrei in die GKV-Familienversicherung?
Nicht immer. Ist ein Elternteil privat versichert, verdient mehr als der GKV-versicherte Elternteil und liegt über der JAEG (77.400 €/Jahr, 2026), ist die beitragsfreie GKV-Familienversicherung fürs Kind ausgeschlossen (§ 10 SGB V).