So läuft die Gesundheitsprüfung ab
Der Versicherer stellt Fragen zu Vorerkrankungen, Behandlungen und Medikamenten der letzten Jahre. Aus den Antworten ergibt sich, ob du normal, mit Zuschlag oder gar nicht aufgenommen wirst. Wichtig: Es zählt, was in deiner Patientenakte steht, nicht dein Gefühl.
Kassendaten sind oft ungenau. Abrechnungsdiagnosen sind häufig Verdachts- oder Verlegenheitsdiagnosen. Ob eine Diagnose falsch ist, kann nur der behandelnde Arzt bestätigen. Mehr dazu
Der entscheidende Schutz: die anonyme Risikovoranfrage
Stellst du einen normalen Antrag und wirst abgelehnt, kann dieser abgelehnte Antrag in Auskunfteien landen und spätere Anträge erschweren. Die Lösung: Ich frage anonym und ohne deinen Namen bei mehreren Versicherern an. So erfährst du vorab, wer dich zu welchen Bedingungen nimmt, ganz ohne Risiko für deine Akte.
Anonym ist nicht dasselbe wie pseudonymisiert. Der Unterschied klingt nach Wortklauberei, entscheidet aber, was von der Anfrage übrig bleibt. Anonym heißt: Der Versicherer bekommt Alter, Geschlecht, Beruf und die Gesundheitsangaben, aber nichts, womit sich eine Person bestimmen lässt. Die Antwort lässt sich später niemandem zuordnen, auch dir nicht. Pseudonymisiert heißt: Statt des Namens reist ein Kennzeichen mit, etwa eine Vorgangsnummer. Für den Versicherer ist das zunächst genauso namenlos, aber die Zuordnung ist möglich, sobald jemand den Schlüssel hat.
Beides hat seinen Platz. Anonym ist der Regelfall und der sicherste Weg, wenn eine Vorerkrankung im Raum steht. Pseudonymisiert kommt vor, wenn ein Versicherer für eine belastbare Aussage Rückfragen stellen muss, etwa zu einem Befund. Welchen Weg ich für dich gehe, hängt vom Fall ab, und ich sage dir vorher, welchen.
Das wird tatsächlich gefragt
Die Fragen stellt der Versicherer, nicht ich. Zu beantworten sind sie für jede Person, die versichert werden soll, und anzugeben ist auch, was längst ausgeheilt ist, solange es in den abgefragten Zeitraum fällt. Wer etwas weglässt, riskiert, dass der Versicherer zurücktritt, kündigt oder den Vertrag anpasst, bis hin dazu, dass im Ernstfall nicht gezahlt wird.
- Körpergröße und Gewicht, daraus ergibt sich dein BMI (BMI-Rechner)
- Krankheiten, chronische Leiden, Beschwerden, Unfallfolgen, Implantate, Prothesen, Einschränkungen körperlicher oder geistiger Art, Pflegebedürftigkeit jetzt oder in den letzten 3 Jahren, auch wenn nichts behandelt wurde
- Ambulante Untersuchungen, Beratungen, Operationen, Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen, Behandlungen letzte 3 Jahre, auch was angeraten oder geplant ist
- Stationäre Behandlungen, Operationen, Kur und Reha letzte 5 Jahre, auch was angeraten oder geplant ist
- Psychologische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung, Beratung oder Untersuchung, Suchtbehandlung eingeschlossen letzte 5 Jahre
- Fehlsichtigkeit, mit Dioptrien links und rechts
- Sterilität, Infertilität oder Untersuchungen wegen unerfülltem Kinderwunsch letzte 5 Jahre
- Anerkannte Behinderung, Minderung der Erwerbsfähigkeit, Berufsleiden, gesundheitsbedingte Rente
- Abhängigkeit, verordnete oder regelmäßig eingenommene Arznei- und Beruhigungsmittel, Drogen oder nahezu täglicher Alkohol Mittel und Konsum: letzte 3 Jahre
- HIV-Infektion oder ein noch offenes Testergebnis
- Behandlung, Beratung oder Untersuchung wegen einer bösartigen Krebs- oder Tumorerkrankung
- Zähne: fehlende und nicht ersetzte Zähne, zahnärztliche, kieferorthopädische und parodontale Maßnahmen, ersetzte und überkronte Zähne samt Zeitpunkt Maßnahmen: letzte 3 Jahre
Die Zeiträume sind nicht überall gleich
Das ist der Punkt, an dem sich die Voranfrage rechnet. Dieselbe Vorgeschichte führt bei einem Versicherer zu einem Zuschlag und beim nächsten zu gar nichts, weil sie unterschiedlich weit zurückfragen. Vier Beispiele:
- Psyche. Im Regelfall 5 Jahre. Bei ARAG, Barmenia, BK, Concordia, Hallesche, INTER, Nürnberger, ottonova, R+V, SDK, SIGNAL IDUNA, UKV und uniVersa sind es 10 Jahre, bei AXA ActiveMe 8.
- Stationäre Behandlung. Im Regelfall 5 Jahre, bei AXA ActiveMe 6, bei ottonova 10.
- Fehlsichtigkeit. Allianz, HanseMerkur, LKH, ottonova, R+V und Württembergische fragen sie gar nicht ab.
- Krebs. Als eigene Frage stellen sie nur BK, Münchener Verein und UKV (5 Jahre) sowie ottonova und R+V (10 Jahre, dort auch gutartige Tumoren).
Stand dieser Übersicht: August 2026, aus meiner eigenen Arbeitsunterlage. Versicherer überarbeiten ihre Anträge, deshalb prüfe ich die Zeiträume vor jeder Anfrage neu.
Willst du wissen, wo du stehst?
Dann geh die Liste für dich durch und schick mir deine Antworten. Daraus mache ich die anonyme Voranfrage: ohne deinen Namen, ohne Unterschrift, ohne Bankverbindung. Wenn du an einer Stelle unsicher bist, schreib es dazu, unsicher ist eine brauchbare Antwort, geraten ist keine.
Die Liste zum Ausfüllen öffnen →
Ohne Namensfeld und ohne Unterschrift. Nichts wird gesendet und nichts gespeichert, alles bleibt in deinem Browser. Du kannst die Liste auch ausdrucken oder als PDF sichern.
Kostenlose anonyme Voranfrage
Gerade bei Vorerkrankungen der klügste erste Schritt. Ich kläre anonym, wer dich nimmt, bevor irgendetwas verbindlich wird.
Anonyme Voranfrage starten →Bei Vorerkrankungen
- Risikozuschlag, der Versicherer nimmt dich, verlangt aber einen Aufschlag.
- Leistungsausschluss, eine bestimmte Erkrankung wird ausgeklammert, der Rest normal versichert.
- Normale Annahme, bei ausgeheilten Bagatellen oft problemlos.
Welcher Versicherer wie bewertet, unterscheidet sich stark, genau deshalb lohnt der anonyme Vergleich über mehrere Anbieter.
Nicht jeder schwierige Antrag hat mit einer Krankheit zu tun. Gewicht, Beruf, ein schwankendes Einkommen oder eine Lücke im Schutz reichen auch. Diese Fälle stehen gebündelt unter Schwer versicherbar.
Welche Zusatzfragen bei deiner Erkrankung kommen, steht je Gruppe auf einer eigenen Seite, mit Vorbereitungsbogen zum Ausdrucken: Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Rücken und Gelenke, Schilddrüse, Psyche und alle weiteren Gruppen.
Niemals „ins Blaue“ einen Antrag stellen, wenn du Vorerkrankungen hast. Immer erst anonym anfragen, das schützt deine Akte und deine Verhandlungsposition.
Die Gesundheitsprüfung
Der entscheidende Schritt beim PKV-Antrag – was gefragt wird, worauf es ankommt und warum die richtige Reihenfolge alles verändert.
Einen Probeantrag gibt es nicht
Wurde dir gesagt, man müsse „einen Antrag zur Probe“ stellen, um zu sehen, ob du angenommen wirst? Dann war das kein Probeantrag, sondern ein Antrag. Und wenn der Versicherer ihn annimmt, ist daraus ein Vertrag geworden, ohne dass du je etwas anderes vorhattest.
Warum das so ist, steht im BGB. Ein Antrag ist juristisch ein Angebot auf Abschluss eines Vertrags. Nimmt der Versicherer dieses Angebot an, indem er den Versicherungsschein ausstellt, ist der Vertrag geschlossen. Es braucht dafür kein weiteres Ja von dir, denn Dein Ja hast Du mit der Unterschrift unter dem Antrag schon gegeben. Antrag plus Annahme ergibt Vertrag, dazwischen liegt nichts.
Deshalb kann es einen Antrag „zur Probe“ nicht geben. Ein Antrag ist entweder ernst gemeint, dann kann daraus ein Vertrag werden, oder er ist keiner.
Es gibt genau zwei Wege, und sie sind nicht dasselbe:
- Dein Name
- wird nicht genannt
- Was entsteht
- eine unverbindliche Einschätzung
- Wird abgelehnt
- nichts, es hat dich nie gegeben
- Wird angenommen
- du entscheidest in Ruhe
- Dein Name
- steht darauf
- Was entsteht
- ein Angebot auf Vertragsschluss
- Wird abgelehnt
- eine Ablehnung, nach der später gefragt wird
- Wird angenommen
- der Vertrag läuft
Der Weg, der nichts hinterlässt.
Der Weg, der bindet.
Der Schaden entsteht nicht beim Ja, sondern beim Nein. Wird ein Antrag abgelehnt, zurückgestellt oder nur mit Zuschlag angenommen, fragen andere Versicherer später genau danach. Diese Frage steht in fast jedem Antragsformular, und sie muss wahrheitsgemäß beantwortet werden. Eine Voranfrage, die ohne deinen Namen läuft, hinterlässt diese Spur nicht.
Und noch etwas zum Zeitpunkt: Liegt zwischen deinem Antrag und dem Versicherungsbeginn zu viel Zeit, verlangen Versicherer neue Gesundheitsangaben. Verschiebst du den Beginn später weit nach hinten, kann das eine komplett neue Prüfung bedeuten. Plane Antrag und Beginn deshalb zusammen.
Eine anonyme Voranfrage braucht keine Unterschrift, keinen vollen Namen, keine Bankverbindung und keine Schweigepflichtentbindung. Sie besteht aus einer sachlichen Beschreibung Deiner Vorgeschichte, mehr nicht. Wenn Du eines dieser Dinge geben solltest, war es keine Voranfrage.
Und wenn es doch so gelaufen ist? Dann ist das kein Missverständnis gewesen. Wer Unterschrift, Bankverbindung und Schweigepflichtentbindung einsammelt, weiß, dass er einen Antrag stellt, denn ohne diese Angaben geht ein Antrag gar nicht durch. Dir wurde etwas anderes gesagt, als getan wurde. Das ist ärgerlich, aber es ist reparabel, und der erste Schritt ist zu wissen, was tatsächlich passiert ist.
Was du tun kannst, wenn es schon passiert ist: Du kannst den Vertrag widerrufen. Dafür hast du zwei Wochen, ab dem Tag, an dem Versicherungsschein und Vertragsunterlagen bei dir sind. Die Frist beginnt erst, wenn man dich richtig über sie informiert hat. Ein Musterschreiben dafür liegt bei den Vorlagen.
Rechtsgrundlage: § 8 VVG
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