Der Anbieterwechsel
Den Versicherer komplett wechseln – möglich, aber heikel. Was du vorher wissen musst.
Was mitgeht – und was nicht.
Bei Verträgen ab 2009 geht der Übertragungswert mit: der Teil deiner Alterungsrückstellung, der auf das Niveau des Basistarifs gerechnet ist. Der Rest bleibt beim alten Versicherer. Ältere Verträge haben diesen Anspruch nicht.
§ 204 Abs. 1 Nr. 2 VVG
Beim neuen Versicherer wirst du neu bewertet: volle Gesundheitsprüfung und dein heutiges Eintrittsalter. Möglich sind Zuschläge, Ausschlüsse oder eine Ablehnung.
Annahmerichtlinien des neuen Versicherers
Drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres. Die Kündigung wird erst wirksam, wenn du den lückenlosen Folgeschutz nachweist. Dafür hast du zwei Monate. Ohne Nachweis läuft der alte Vertrag weiter.
§ 205 Abs. 1 und Abs. 6 VVG
Erst prüfen, dann sichern, dann kündigen.
Deine Gesundheitsangaben gehen ohne deinen Namen an die Versicherer. Du erfährst vorher, wer dich zu welchen Bedingungen nimmt. Ein abgelehnter Antrag steht so gar nicht erst in den Akten.
Erst jetzt der Antrag beim neuen Versicherer, mit vollständiger Gesundheitsprüfung. Es zählt dein Gesundheitszustand am Tag des Antrags.
Du wartest die schriftliche Zusage ab. Ohne Zusage in der Hand wird nicht gekündigt.
Erst jetzt. Die Frist beträgt drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres. Wirksam wird die Kündigung erst, wenn du den neuen Schutz nachweist; dafür hast du zwei Monate.
Selten der erste Schritt.
Das Eintrittsalter steigt, und ohne Übertragungswert bleibt die Rückstellung beim alten Versicherer. Und langfristig steigt die PKV ohnehin langsamer als die GKV (2004 bis 2024: PKV 2,4 % und GKV 3,8 % pro Jahr, laut KV.Guru). Ein Wechsel nur wegen der Beitragserhöhung lohnt sich selten.
Profi-Tipp
Vor jedem Anbieterwechsel zuerst den internen Tarifwechsel prüfen – und den Verlust der Rückstellungen ehrlich gegen die Ersparnis rechnen. Das mache ich kostenlos.
Noch offene Fragen?
Wenn du wissen willst, was davon für deinen Fall gilt, sag Bescheid.