Pflichtversicherung: ohne geht in Deutschland nichts
Deutschland kennt eine allgemeine Versicherungspflicht: Nach § 193 VVG muss jede Person mit Wohnsitz hier krankenversichert sein, gesetzlich oder privat. Das ist keine Formalie: Der Nachweis einer ausreichenden Krankenversicherung ist regelmäßig Voraussetzung für die Erteilung und Verlängerung deines Aufenthaltstitels. Wer unversicherte Zeiten ansammelt, riskiert außerdem Beitragsnachforderungen. Die Versicherungsfrage gehört deshalb ganz an den Anfang deiner Deutschland-Planung, nicht ans Ende.
Wer als Expat in die PKV kann
Für dich gelten dieselben Zugangsregeln wie für alle in Deutschland: Als Angestellter kannst du in die PKV, wenn dein regelmäßiges Jahresbrutto über der JAEG liegt: 77.400 € für 2026, für einen Wechsel zum 1.1.2027 zusätzlich rund 84.600 €, bei internationalen Fach- und Führungskräften ist das häufig der Fall, und der Arbeitgeber zahlt dann bis zu 613,22 €/Monat (2026) zum Beitrag dazu. Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen wählen, mehr dazu auf der Seite für Selbstständige. Auch entsandte Mitarbeiter und einige weitere Gruppen haben je nach Konstellation Zugang zur privaten Vollversicherung. Wichtig zu wissen: Gesundheitsprüfung und Annahmerichtlinien gelten für dich wie für jeden anderen Antragsteller. Vorerkrankungen können zu Zuschlägen oder Ablehnungen führen, unabhängig von der Staatsangehörigkeit.
EU-Bürger und Drittstaatsangehörige, grob unterschieden
Als EU-Bürger profitierst du von der europäischen Koordinierung der Sozialversicherungssysteme: Bestehende Versicherungszeiten aus deinem Heimatland können bei der Einordnung in das deutsche System eine Rolle spielen, und die Freizügigkeit macht den Statuswechsel meist unbürokratischer. Als Drittstaatsangehörige/r prüft die Ausländerbehörde deinen Versicherungsschutz im Rahmen des Aufenthaltsverfahrens genauer, hier zählt, dass deine Police als vollwertige Krankenversicherung anerkannt wird. Die Details hängen stark vom Einzelfall ab (Herkunftsland, Aufenthaltszweck, bisherige Versicherung); genau deshalb klären wir das im Gespräch anhand deiner konkreten Situation statt mit Pauschalaussagen.
Ehrlich: Finger weg von Dauer-Lösungen mit Reisepolicen
Incoming- und Reisekrankenversicherungen wirken attraktiv, günstig, schnell abgeschlossen, ohne viel Prüfung. Für die ersten Wochen können sie eine legitime Brücke sein. Aber sie sind kein dauerhafter Ersatz für eine Vollversicherung: Die Leistungen sind stark begrenzt, die Laufzeiten befristet, und für längerfristige Aufenthaltstitel werden sie von den Behörden regelmäßig nicht akzeptiert. Wer zu lange auf einer Übergangspolice sitzt, hat am Ende oft beides, eine Lücke im Schutz und ein Problem bei der Verlängerung des Titels. Diese Warnung spreche ich bewusst deutlich aus.
Worauf du als Expat besonders achten solltest
- Reihenfolge beachten, erst den Versicherungsstatus klären (GKV-pflichtig oder PKV-berechtigt?), dann den Tarif wählen. Die Systemfrage ist wichtiger als der Anbietervergleich.
- Rückkehr- und Weiterzugspläne einrechnen, bleibst du 3 Jahre oder für immer? Manche Tarife und Anwartschaften passen besser zu befristeten Aufenthalten als andere.
- Unterlagen vollständig angeben, die Gesundheitsprüfung gilt wie für alle. Ehrliche, vollständige Angaben schützen deinen Versicherungsschutz im Leistungsfall.
Kläre deinen Versicherungsstatus vor dem Termin bei der Ausländerbehörde, nicht danach. Eine anerkannte Vollversicherung im Vorfeld erspart dir Rückfragen, Fristen und im schlimmsten Fall Probleme mit dem Aufenthaltstitel. Die Beratung bei mir geht übrigens auf Deutsch oder Englisch, wie es dir leichter fällt.