Selbstständig oder angestellt, zwei Wege in die PKV
Rahmenverträge prüfen: über Kammer, Verband oder Versorgungswerk bestehen bei manchen Versicherern Sonderkonditionen. Ob es für dich einen gibt und ob er sich rechnet, sind zwei verschiedene Fragen.
Führst du eine eigene Kanzlei oder bist Partner, ist die PKV für dich ohnehin kein Problem. Als angestellter Steuerberater (etwa in einer Sozietät oder im Konzern) brauchst du ein regelmäßiges Jahresbrutto über der Versicherungspflichtgrenze, für einen Wechsel zum 1.1.2027 auch über der Grenze 2027. Mit üblichen StB-Gehältern plus Boni ist diese Schwelle oft schneller erreicht, als viele denken, dann zahlt der Arbeitgeber bis zu 508,59 €/Monat (2026) zum PKV-Beitrag dazu.
Versorgungswerk und PKV: eine konsistente Strategie
Als Steuerberater bist du Pflichtmitglied im berufsständischen Versorgungswerk und lässt dich als Angestellter meist von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien. Wichtig zu wissen: Die Befreiung betrifft nur die Rente, nicht die Krankenversicherung, für die PKV gelten die oben genannten Regeln. Aber strategisch passt beides zusammen: Wer seine Altersversorgung ohnehin eigenverantwortlich über das Versorgungswerk organisiert, denkt bei der Krankenversicherung oft genauso: Leistung und Beitrag selbst gestalten statt am Umlagesystem hängen.
Die steuerliche Seite, dein Heimspiel
Du weißt es besser als jeder Mandant: Der PKV-Beitragsanteil für Basisleistungen ist als Sonderausgabe in voller Höhe absetzbar, anders als viele andere Vorsorgeaufwendungen. Richtig interessant wird der Vorauszahlungs-Hebel: Beiträge für kommende Jahre kannst du in ein einkommensstarkes Jahr vorziehen und den Sonderausgabenabzug dorthin verlagern, wo dein Grenzsteuersatz am höchsten ist. Wie das konkret funktioniert, liest du hier: Steuern senken mit PKV-Vorauszahlung.
Steuern senken mit Vorauszahlung
Lesen →Rechtsgrundlage: § 10 EStG
Ehrlich gesagt: ohne Krankentagegeld geht es nicht
Als Kanzleiinhaber bist du der Umsatzträger. Fällst du länger aus, laufen Miete, Personal, Kammerbeitrag und Software weiter, nur die Erlöse nicht. Ein sauber dimensioniertes Krankentagegeld ist deshalb kein Extra, sondern Pflichtbaustein, bemessen an Gewinn plus laufenden Kanzleikosten. Und drei Punkte solltest du vor dem Wechsel nüchtern prüfen:
Rechne den PKV-Beitrag nach Steuern: voller Sonderausgabenabzug des Basisbeitrags plus gezielte Vorauszahlung in Spitzenjahren. Der effektive Nettobeitrag liegt bei hohem Grenzsteuersatz deutlich unter dem Tarifbeitrag, dieser Vergleich gehört in jede seriöse Entscheidung.
- Beitragsverlauf im Alter, mit Alterungsrückstellungen und Entlastungstarif planbar, aber nur, wenn du den Verlauf von Anfang an kennst.
- Familie, jedes Familienmitglied ist in der PKV eigenständig versichert; eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht.
- Rückkehr in die GKV, ab 55 gilt eine Zusatzregel, die zwei Bedingungen zusammenbringt. Die Entscheidung sollte langfristig tragen.
Rechtsgrundlage: § 6 Abs. 3a SGB V
Häufige Fragen
Dürfen Steuerberater in die PKV?
Selbstständige Steuerberater sind Freiberufler und damit versicherungsfrei, sie können unabhängig vom Einkommen in die PKV. Als angestellter Steuerberater brauchst du ein regelmäßiges Jahresbrutto über der JAEG: 77.400 € für 2026, für einen Wechsel zum 1.1.2027 zusätzlich über 84.150 €.
Ist der PKV-Beitrag für Steuerberater steuerlich absetzbar?
Ja. Der Beitragsanteil für Basisleistungen ist als Sonderausgabe in voller Höhe absetzbar. Mit einer Beitragsvorauszahlung für Folgejahre lässt sich der Sonderausgabenabzug zusätzlich gezielt in einkommensstarke Jahre verlagern.
Brauchen Kanzleiinhaber ein Krankentagegeld?
Ja, für selbstständige Kanzleiinhaber ist das Krankentagegeld essenziell: Bei längerer Krankheit laufen Miete, Personal und Software weiter, während die eigenen Umsätze wegbrechen. Die Höhe sollte am Gewinn plus Fixkosten ausgerichtet sein.