Keine „beste“, aber messbare Stabilität
Stabilität ist kein Werbeversprechen, sondern eine Frage der Zahlen. Sie hängt ab von Kapitalanlage, Kostenmanagement, Versichertenstruktur und Reserven, jedes Unternehmen anders. Gut: Diese Faktoren sind öffentlich nachprüfbar, über Kennzahlen und unabhängige Ratings.
Worauf es ankommt Nicht der Beitrag heute, sondern die Substanz dahinter.
Die zwei wichtigsten Werte
RfB-Quote · Rückstellung für Beitragsrückerstattung Der Puffer für Beitragsstabilität, hohe Quote = mehr Mittel, um Erhöhungen abzufedern und Beiträge zurückzuerstatten. Nettoverzinsung
Ertrag der Kapitalanlage Wie erfolgreich das Unternehmen anlegt.
Die Erträge speisen die Alterungsrückstellungen, der Motor der Stabilität. RfB-Quote real (Ø, 2015–24): LKH 73 · LVM 57 · ARAG 56 · R+V 54 · HanseMerkur 48 · Branchenschnitt 37. Der größte Anbieter der Branche liegt bei 35, ein weiterer großer bei 19. Quelle: Jahresberichte der Gesellschaften, Auswertung psponline, Stand 30.06.2026. Beleg, dass groß ≠ beste Kennzahlen.
Dazu die Schadenquote, also der Anteil der Beiträge, der in Leistungen und Alterungsrückstellungen fließt: im Branchenschnitt der Jahre 2015 bis 2024 72,2 %. Eine niedrige Schadenquote ist nicht automatisch gut, eine hohe nicht automatisch schlecht. Wie die Quote deines Versicherers einzuordnen ist, sage ich dir auf Anfrage.
Wie beide Werte gerechnet werden und worauf du achtest: Bilanzkennzahlen im Detail.
Quelle: Jahresberichte der Gesellschaften, Auswertung psponline, Stand 30.06.2026.
Wie effizient wird gewirtschaftet?
Verwaltungskosten · je niedriger, desto besser Zeigt, wie sparsam gearbeitet wird, jeder gesparte Euro bleibt im System der Versicherten. Abschlusskosten
Aufwand für Vertrieb Hohe Abschlusskosten belasten die Kalkulation. Gemeinsam zeigen beide Quoten, wie viel Beitrag wirklich für Leistung & Vorsorge bleibt.
Wie beide Quoten gerechnet werden und worauf du achtest: Bilanzkennzahlen im Detail.
Stornoquote · wie viele kündigen Unterschieden wird oft das frühe Storno in den ersten zwei Jahren und das späte danach. Viele frühe Kündigungen können auf Verträge hindeuten, die nicht gepasst haben.
Bilanzkennzahlen im Detail erklärt
Fast jede Quote teilt durch dieselbe Größe, die verdienten Bruttobeiträge. Das sind alle Beitragseinnahmen eines Jahres. Deshalb lassen sich große und kleine Gesellschaften vergleichen.
| Kennzahl | Was sie zeigt | So wird gerechnet | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Rückstellungsquote | Wie viel fürs Alter schon angespart ist, gemessen an den Jahresbeiträgen. | angesammelte Alterungsrückstellungen ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Eine hohe Quote spricht für eine solide, vorausschauende Kalkulation und ist damit ein wichtiger Faktor für stabile Beiträge. |
| Zuführung zur Alterungsrückstellung | Wie viel in diesem Jahr neu fürs Alter zurückgelegt wurde. | Zuwachs der Alterungsrückstellung ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Hinein fließen Teile der Beiträge und zusätzliche Mittel aus Überschüssen. Das soll verhindern, dass die höheren Kosten im Alter automatisch zu höheren Beiträgen führen. |
| RfB-Quote | Geld für Beitragsentlastung, zusätzlich zu den Alterungsrückstellungen. | Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Hoch ist gut. Entlastung heißt: Beiträge senken, Erhöhungen mildern oder Mehrleistungen bezahlen. Eine Barausschüttung kommt grundsätzlich für Versicherte in Frage, die keine Leistung eingereicht haben, gestaffelt nach schadenfreien Jahren. |
| RfB-Zuführungsquote | Was dieses Jahr neu in diesen Topf floss. Immer mit der RfB-Quote lesen. | Zuführung zur erfolgsabhängigen RfB ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Sie zeigt nur das laufende Jahr. Erst zusammen mit der RfB-Quote ergibt sich ein Bild. |
| Nettoverzinsung | Was die Geldanlagen des Versicherers im Jahr eingebracht haben. | Kapitalanlageergebnis ÷ mittlere Kapitalanlagen × 100 | Die einzige Quote, die nicht durch die Beiträge teilt. Eingerechnet sind auch Gewinne und Verluste aus Verkäufen und Abschreibungen. Aus diesem Ergebnis werden die Beitragsentlastungen nach § 12a VAG bezahlt. |
| Eigenkapitalquote | Puffer für kurzfristige Verluste. Unter 5 % gilt als problematisch. | Eigenkapital ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Eigenkapital ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 53c VAG). Wird die Mindestanforderung unterschritten, muss die Finanzaufsicht BaFin einschreiten. |
| Schadenquote | Wie viel Beitrag direkt in Leistungen und Alterungsrückstellungen fließt. | Schadenaufwand ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Der Schadenaufwand enthält nicht nur heutige Erstattungen, sondern auch das Geld, das für das mit dem Alter wachsende Risiko zurückgelegt wird. |
| Verwaltungskostenquote | Was die Verwaltung der Verträge kostet. | Verwaltungsaufwendungen ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Die Höhe hängt auch von Kundenbetreuung, Beratung und Investitionen ab, zum Beispiel in die Datenverarbeitung. |
| Abschlusskostenquote | Was der Abschluss neuer Verträge kostet. | Vertragsabschlussaufwendungen ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Nicht nur Kosten, auch Investition in neue Kunden. Die Quote hängt vom Neugeschäft und vom Vertriebsweg ab. Ohne diesen Blick auf das Unternehmen führt sie leicht zu falschen Schlüssen. |
| Vers.-geschäftl. Ergebnisquote | Was nach Leistungen und Kosten übrig bleibt. Positiv: Beitrag hat gereicht. | versicherungsgeschäftliches Ergebnis ÷ verdiente Bruttobeiträge × 100 | Positiv heißt: Der kalkulierte Beitrag war insgesamt ausreichend. Negativ heißt: Er hat nicht gereicht, um alle Aufwendungen zu decken. |
| Beschwerdequote | Von der BaFin abschließend bearbeitete Beschwerden je 100.000 Versicherte. | Beschwerden ÷ versicherte Personen × 100.000 | Ob die Beschwerden berechtigt waren, sagt die Zahl nicht. Auf die Qualität des Versicherers lässt sie deshalb nur begrenzt schließen. |
Verdiente Bruttobeiträge: alle Beitragseinnahmen des Jahres in der privaten Krankenversicherung, mit Zu- und Abschlägen. Ohne Formel werden daneben reine Größen genannt: der Marktanteil an den Beitragseinnahmen der Branche, die Veränderung der Beiträge zum Vorjahr, die Zahl der Vollversicherten und deren Veränderung zum Vorjahr. Quelle: psp Software, Definition Bilanzkennzahlen, Stand 03.2026.
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Externe Agenturen prüfen Finanzkraft und Beitragsstabilität, mehrere gute Ratings über Jahre zählen. Ein Rating verdichtet wenige öffentliche Zahlen zu einer Note. Manche Kennzahlen lassen sich zwischen Versicherern nur bedingt vergleichen, etwa wenn ein Unternehmen viel Zusatz- oder Pflegegeschäft hat. Lies ein Rating deshalb als einen Hinweis unter mehreren.
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Die häufigste Falle
Der Lockbeitrag Ein niedriger Einstiegsbeitrag kann auf schwacher Kalkulation beruhen, und im Alter überdurchschnittlich steigen.
Stabilität schlägt Lockangebot.
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BaFin-Beschwerdestatistik Die Aufsicht veröffentlicht jedes Jahr, wie viele Beschwerden sie je Versicherer bearbeitet hat. Setzt man sie ins Verhältnis zur Zahl der Versicherten, sind die Werte in der PKV insgesamt niedrig: 2024 waren es rund 1.000 Beschwerden, 2,3 je 100.000 Verträge. Ob eine Beschwerde berechtigt war, sagt die Statistik nicht.
Persönliche Beratung Zahlen sind nur die halbe Miete, ein PKV-Experte bewertet sie im Verhältnis zu deiner Situation.
Stabilität erkennt man an den Zahlen.
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Quellen: MEDI-KOST (Kennzahlen-Systematik); Assekurata, Morgen & Morgen, S&P, Fitch; pkv.guru; BaFin-Beschwerdestatistik 2024.
Unverbindliche Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
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