Acht Monate, wenn dein Tarif sie nicht erlässt
Die Musterbedingungen für die Krankheitskostenversicherung kennen zwei Wartezeiten: eine allgemeine von drei Monaten und eine besondere von acht Monaten für Entbindung, Psychotherapie, Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie.
Viele Tarife verzichten inzwischen ganz darauf, andere erlassen sie, wenn du dich vor Vertragsbeginn ärztlich untersuchen lässt. Verlass dich nicht auf die Musterfassung, sondern lies deine eigenen Bedingungen. Wer den Vertrag erst abschließt, wenn die Schwangerschaft schon besteht, sollte diese Klausel als Erstes suchen.
Der BeitragEs gibt keine Pause
In der gesetzlichen Kasse ruht der Beitrag während der Mutterschutzfristen. In der privaten Krankenversicherung nicht. Der Beitrag läuft weiter, im Mutterschutz und in der gesamten Elternzeit.
Was dabei zusätzlich wegfällt, ist der Arbeitgeberzuschuss, sobald kein Arbeitsentgelt mehr fließt. Aus dem halben Beitrag wird dann der volle. Wie sich das abfedern lässt, steht auf der Seite Elternzeit in der PKV.
Rechne die Elternzeit durch, bevor sie beginnt, und zwar mit dem vollen Beitrag für beide Elternteile plus dem Kinderbeitrag. Das ist der Monat, in dem die PKV zum ersten Mal richtig weh tut, und der Zeitpunkt, an dem sich niemand mehr in Ruhe darum kümmern kann.
Von der Vorsorge bis zur Klinik
| Leistung | In der Regel |
|---|---|
| Vorsorgeuntersuchungen | im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien mitversichert |
| Hebamme | mitversichert, sofern sie zu den erstattungsfähigen Behandlern zählt |
| Klinikaufenthalt | nach dem vereinbarten stationären Umfang, Wahlleistungen nur wenn versichert |
| Ambulante Geburt oder Geburtshaus | je nach Tarif, hier gehen die Bedingungen deutlich auseinander |
| Kaiserschnitt | als medizinisch notwendige Behandlung mitversichert |
Die vierte Zeile ist der Punkt, an dem es am häufigsten Streit gibt. Wenn dir Geburtshaus oder Hausgeburt wichtig sind, kläre das vor der Schwangerschaft und nicht danach.
Geld während des Mutterschutzes210 Euro, und der Rest kommt vom Arbeitgeber
Das Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Kasse gibt es für privat Versicherte nicht. Angestellte bekommen stattdessen eine einmalige Zahlung vom Bundesamt für Soziale Sicherung, insgesamt höchstens 210 € nach § 19 Abs. 2 MuSchG, dazu den Arbeitgeberzuschuss nach § 20 MuSchG. Was das konkret bedeutet, steht auf der Seite Mutterschaftsgeld in der PKV.
Häufige FragenSchwangerschaft und PKV
Zahlt die PKV die Geburt? Ja, die medizinisch notwendigen Kosten sind mitversichert. Der Umfang richtet sich nach deinem Tarif.
Gibt es eine Wartezeit? Die Musterbedingungen sehen acht Monate für die Entbindung vor. Viele Tarife verzichten darauf, entscheidend sind deine Bedingungen.
Wird der Beitrag ausgesetzt? Nein, es gibt keine beitragsfreie Zeit in der PKV.
Braucht das Kind einen eigenen Vertrag? Ja. Eine beitragsfreie Mitversicherung gibt es nicht, dafür die Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung.