Status · Stand 2026

In der Ausbildung führt kein Weg an der gesetzlichen vorbei. Fast keiner.

Von Goran Ovčar, Versicherungsmakler nach § 34d GewO

Kurz beantwortet: Auszubildende sind nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V versicherungspflichtig, unabhängig davon, wie hoch die Vergütung ist. Eine private Vollversicherung ist in dieser Zeit nicht möglich. Die Ausnahme: Anwärterinnen und Anwärter im öffentlichen Dienst, die Beihilfe bekommen. Für alle anderen wird die Frage erst nach der Ausbildung interessant, und dann schnell.

Warum die Einkommensgrenze hier nicht hilft

Die Versicherungspflicht für Auszubildende hängt nicht am Entgelt. Auch wer außergewöhnlich gut bezahlt wird, bleibt pflichtversichert. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze spielt in der Ausbildung keine Rolle.

Das ist gewollt: die Regelung soll junge Menschen im System halten, solange sie noch wenig verdienen.

Was in der Ausbildung trotzdem geht

Zusatzversicherungen. Zahn, Klinik, Sehhilfen: die kannst du unabhängig vom Status abschließen, und je jünger, desto günstiger und desto einfacher die Gesundheitsprüfung. Mehr unter Zusatzversicherung.

Eine Anwartschaft. Wer weiß, dass er später privat will, kann sich schon jetzt seinen Gesundheitszustand und sein Eintrittsalter sichern. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn absehbar ist, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtern könnte.

Ein Optionsrecht. Es sichert dir den späteren Wechsel ohne erneute Gesundheitsprüfung, zu einem Zeitpunkt, an dem du gesund bist.

Gut zu wissen

Eine Anwartschaft in der Ausbildung kostet wenige Euro im Monat und friert deinen Gesundheitszustand ein. Wer mit 19 kerngesund ist und mit 27 eine Diagnose hat, zahlt ohne Anwartschaft dauerhaft einen Risikozuschlag oder bekommt einen Ausschluss.

Anwärter im öffentlichen Dienst: der andere Fall

Wer als Beamtenanwärterin oder Anwärter eingestellt wird, ist versicherungsfrei und hat einen Beihilfeanspruch. Damit steht die private Krankenversicherung offen, und zwar von Anfang an.

Fast alle Gesellschaften bieten dafür vergünstigte Anwärtertarife an. Der Punkt, auf den es ankommt: der Tarif muss beim Wechsel in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit ohne neue Gesundheitsprüfung in den regulären Tarif übergehen. Mehr unter PKV für Beamte.

Der Moment nach der Ausbildung

Mit dem ersten regulären Arbeitsvertrag ändert sich alles. Liegt dein Jahresbrutto über der Grenze, steht dir die private Versicherung offen. Für einen Wechsel zum 1.1.2027 zählt die Grenze für 2027 von rund 84.600 €.

Das ist der Zeitpunkt, an dem du am gesündesten und am jüngsten bist, den du je haben wirst. Beides schlägt direkt auf den Beitrag durch, ein Leben lang. Mehr unter PKV für Berufseinsteiger.

Lohnt sich das jetzt schon?

In der Ausbildung ist die Frage selten, ob die PKV besser ist, sondern ob der Zeitpunkt stimmt. Beides sehe ich mir an.

Weitere Infos zum Thema

Fristen und Voraussetzungen hängen vom Einzelfall ab. Angaben nach dem Stand 2026, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Gesetz und Vertragsbedingungen.
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