Grundlagen · Stand 2026

Beiträge im Alter

Kurz erklärt: Auch gesetzlich Versicherte zahlen im Alter, in der KVdR wird der Beitrag von der Rente abgezogen, auf Betriebsrenten sogar mit dem vollen Satz. In der PKV senken im Alter vier Hebel den Beitrag, vom Wegfall des gesetzlichen 10-%-Zuschlags bis zur Beitragsentlastung. Die Alterungsrückstellungen halten ihn ab Renteneintritt stabil. Wie die vier Hebel zusammenwirken, steht unter Echter Beitragsverlauf.

Was den Beitrag im Alter wirklich senkt

Exemplarischer Verlauf

Ein Beispielvertrag von 35 bis 90. Stufe 1 ist der Vertrag, wie er von allein läuft, von 35 bis 90. Darüber liegen zwei Stufen, die ab Rentenbeginn wirken: der Rentenzuschuss und die Beitragsentlastung.

0 €300 €600 €900 €1.200 €1.500 €354555657585mit 60Rente ab 67ab 80 500 € 835 € 945 € 885 € 730 € 675 € 520 € 365 €
Stufe 1 · Normalverlauf
500 € → 730 €

Der ganze Vertrag ohne einen einzigen Eingriff: 500 € mit 35, Höchststand 945 € um 65, danach die automatischen Entlastungen. Wegfall des gesetzlichen Zuschlags mit 60, Wegfall des Krankentagegelds zum Rentenbeginn, Verrechnung der Überschüsse ab 80. Durchgezogen bis zum Rentenbeginn, gestrichelt danach, weil ab dort gerechnet und nicht mehr abgelesen wird. Weiß und Grau sind dieselbe Linie.

Stufe 2 · Rentenzuschuss
500 € → 520 €

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt einen Zuschuss zum Beitrag. Du musst ihn beantragen, am einfachsten zusammen mit der Rente.

Rechtsgrundlage: § 106 SGB VI

Stufe 3 · Beitragsentlastung
500 € → 365 €

Zusätzlich mit dem BET-Baustein. Heute etwas mehr zahlen, damit der Beitrag ab Rentenbeginn dauerhaft sinkt.

Exemplarischer Verlauf, keine Zusage. Wie viel ein Baustein zur Beitragsentlastung bringt, hängt vom Eintrittsalter, von der Gesellschaft und von der gewünschten Entlastung ab.

„Der GKV-Rentner zahlt doch fast nichts.“

Stimmt nicht. Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner (KVdR) wird ein Beitrag von der Rente abgezogen, auf Betriebsrenten sogar der volle Satz. Wer ehrlich vergleicht, rechnet beide Seiten netto. In die Krankenversicherung der Rentner kommst du nur, wenn du in der zweiten Hälfte deines Berufslebens zu mindestens 90 % gesetzlich versichert warst (die 9/10-Regel).

Der GKV-Rentner · Beispiel 2026

Auch im Alter wird abgezogen.

Gesetzliche Rente 2.300 € pro Monat, ohne Betriebsrente.

AbzugSatzBetrag
Krankenversicherung7,3 %167,90 €
Zusatzbeitrag~1,45 %33,35 €
Pflegeversicherung3,6 %82,80 €
Abzug von der Rente ≈ 284 €

Zusätzlich überweist der Rententräger ~201 € direkt an die Kasse (wie ein „Arbeitgeberanteil“), diesen Teil sieht niemand.

Exemplarisch, Stand 2026.

Zum Vergleich: ein echter PKV-Kunde nach dem Tarifwechsel

Ein Versicherter im Rentenalter hat im selben Haus den Tarif gewechselt (§ 204 VVG), berechnet zum 1. Januar 2022. Vorher zahlte er 752,47 € im Monat, danach 126,98 € im Monat. Die Kasse zieht rund 284 € ab, bei 2.300 € Rente. Ein Einzelfall, kein Maßstab. Den ganzen Fall mit allen Optionen zeigt die Seite Tarifwechsel beim eigenen Versicherer.

Seite 3 des Tarifwechselangebots: Beitrag alt 752,47 Euro, neu 126,98 Euro, persönliche Daten geschwärzt
Das Originalblatt, Seite 3. Zum Vergrößern antippen.

Was die gesetzliche Kasse im Alter noch mitzählt

Dazu kommt, was viele erst bei der Auszahlung merken: Auch eine Betriebsrente oder eine Kapitalauszahlung aus einer Direktversicherung ist in der gesetzlichen Kasse beitragspflichtig. Die Einmalzahlung wird dafür auf zehn Jahre verteilt: Jeden Monat zählt ein Hundertzwanzigstel davon als Einkommen.

Wer im Alter nur freiwillig gesetzlich versichert ist, zahlt außerdem Beiträge auf Mieten, Kapitalerträge und private Renten.

In der PKV hängt der Beitrag an deinem Tarif, nicht an deinen Einkünften.

Die letzten zehn Jahre

Auch der Höchstbeitrag der gesetzlichen Kasse steigt weiter. Mit Pflege, für Kinderlose: 786,05 € im Jahr 2016, 1.261,31 € im Jahr 2026. Das ist das 1,6046-Fache in zehn Jahren, im Schnitt 4,84 % mehr pro Jahr.

Tarifwechsel beim eigenen Versicherer

Lesen →

Rechtsgrundlage: § 229 Abs. 1 SGB V (Versorgungsbezüge, Kapitalleistungen), § 240 SGB V (freiwillige Mitglieder)

Rechnung: 1.261,31 € ÷ 786,05 € = 1,6046; 1,6046 hoch 1/10 = 1,0484, also 4,84 % pro Jahr. Werte: psponline, GKV-Beitragsentwicklung 1970 bis 2026 (Januar), 2026 nach llms.txt. In der Unterlage mit Stand 2025 stand für die zehn Jahre davor 4,29 % pro Jahr (Höchstbeitrag 1.174,16 €).

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Der PKV-Rentner

Vier Hebel senken den Beitrag im Alter.

Die Alterungsrückstellung senkt den Beitrag nicht, sie stabilisiert ihn ab Renteneintritt. Gesenkt wird er durch diese vier Punkte:

Der 10-%-Zuschlag fällt weg Den gesetzlichen Zuschlag zahlst du nur bis 60. Danach entfällt dieser Teil des Beitrags.

Krankentagegeld fällt weg Wer nicht mehr arbeitet, braucht kein Krankentagegeld. Sein Beitrag entfällt.

Zuschuss der Rentenversicherung Wer gesetzlich rentenversichert ist, bekommt einen Zuschuss zum PKV-Beitrag.

Beitragsentlastung Ein Baustein, für den du vorher sparst, senkt den Beitrag ab Rentenbeginn gezielt und planbar.

Worauf es ankommt

Mit Verstand geplant, im Alter nicht teurer.

Die Sorge ist verständlich, aber bei guter Planung unbegründet. Entscheidend ist, die Hebel früh zu setzen, dann ist der Beitrag im Alter kalkulierbar.

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