Kapitel Nº12 aus dem Handbuch

Die Selbstbeteiligung

Von Goran Ovčar, Versicherungsfachmann (BWV) · eines von vierzig Kapiteln des PKV-Codes

Wie der Selbstbehalt funktioniert – und warum „weniger“ oft das bessere Geschäft ist.

Die Grundlage

Dein Anteil, dann zahlt die PKV

Die Selbstbeteiligung trägst du selbst, bevor die PKV zahlt. Im Prinzip gibt es drei Modelle.

Fester Betrag im Jahr
300 €

oder 600 € im Jahr, danach erstattet die PKV

Prozentual
10 %

jeder Rechnung, meist bis zu einer Obergrenze im Jahr

Fester Betrag je Leistung
10 / 20 €

je Behandlung oder Rezept, so bei der Continentale

Der Effekt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto niedriger der Beitrag. Aber:
Angestellte
Was von der Ersparnis bei dir bleibt
Die Hälfte gehört dem Arbeitgeber, sein Zuschuss sinkt mit. Den Rest versteuerst du, weil weniger absetzbar ist, siehe.
Selbstständige
Was von der Ersparnis bei dir bleibt
Nichts geht an einen Arbeitgeber. Versteuert wird die Ersparnis trotzdem, der Effekt ist kleiner, als er aussieht.
Auf lange Sicht
Was von der Ersparnis bei dir bleibt
Weniger Beitrag heißt auch weniger Alterungsrückstellung beim Versicherer.
versichert.richtig Profi-Tipp Wo tut es dir mehr weh: jetzt 20 € weniger Beitrag oder im Rentenalter 200 € mehr?
Der Steuer-Effekt

Was das Finanzamt anerkennt

PKV-Beiträge sind Vorsorgeaufwendungen – steuerlich absetzbar.

Absetzbar: ca. 80 %

Der Anteil für die Basisabsicherung – meist rund 80 % des Beitrags – ist als Sonderausgabe absetzbar (Komfort-Leistungen & Krankentagegeld nicht).

Nicht als Beitrag: deine Selbstbeteiligung

Rechnungen, die du selbst zahlst, zählen nur als Krankheitskosten (außergewöhnliche Belastung). Und auch das erst über einem Eigenanteil, den das Finanzamt dir zumutet: 1 bis 7 % deiner Einkünfte, oft über 3.000 € im Jahr. Auch eine Beitragsrückerstattung mindert den Abzug, im Jahr ihrer Auszahlung.

Rechtsgrundlagen: § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG (Beiträge als Vorsorgeaufwendungen) · § 33 EStG mit § 33 Abs. 3 EStG (außergewöhnliche Belastung erst über der zumutbaren Belastung von 1–7 % des Gesamtbetrags der Einkünfte). Allgemeine Information, keine Steuerberatung.
Der goldene Schnitt

Der niedrigste Beitrag kann dich am Ende mehr kosten

Ein hoher Selbstbehalt senkt den Beitrag. Aber alles, was an der Beitragshöhe hängt, schrumpft mit.

+
Mehr Arbeitgeberzuschuss
Höherer Beitrag → höherer Arbeitgeberanteil (bis zum Höchstzuschuss).
+
Mehr absetzbar
Höherer Beitrag = höhere Vorsorgeaufwendungen.
+
Mehr Rückstellung
Mehr Beitrag fließt in die Alterungsrückstellungen.
+
Mehr Rückerstattung
Kleine Rechnungen selbst zahlen → Beitragsrückerstattung sichern.
versichert.richtig Profi-Tipp Lass dir ausrechnen, welches Verhältnis zwischen Selbstbeteiligung, Rückerstattung und Nettobeitrag für dich am besten ist. Für Angestellte ist weniger Selbstbehalt meist besser.
Eines von vierzig

Der ausführliche Ratgeber dazu

Dieses Kapitel fasst das Thema zusammen. Der Ratgeber geht ins Einzelne, mit Zahlen, Paragrafen und Fristen.

Zum Weiterlesen

Willst du das ganze Handbuch?

Vierzig Kapitel wie dieses, von der ersten Frage bis zum Beitrag im Alter. Ich schicke es dir zu, ohne Kosten und ohne Haken. Name und ein Weg, dich zu erreichen, genügen.